Genre
Der Begriff Genre leitet sich aus dem lateinischen Wort genus, -eris (Stamm, Klasse, Gattung, Art) ab und wird international in der französischen Phonetik ausgesprochen. Genre beschreibt eine zum Teil vage, weitläufige Kategorisierung für Kunst und Literatur. Die Abgrenzungen sind fließend und richten sich zumeist nach zeitaktuellen Konventionen. Die einzelnen Genrebezeichnungen unterscheiden sich durch das Medium, auf das sie angewendet werden. (Literatur, Film, Fernsehen, Bildende Kunst, Linguistik,etc.). Sie bilden hier zahlreiche Untergruppen aus. Animation ist selber ein Genre, genauso wie das Gegenstück hierzu: Der Spielfilm (Life Action Movie). Der Genrebegriff ist jedoch in Relation zum Setting in paarweiser Anwendung einzuschränken. Hier bezeichnet Genre die Stimmung, die letztendlich beim Zuschauer hervorgerufen werden soll. Im klassischen Drama unterscheidet man zwischen Tragödie und Komödie. In der neueren Zeit, insbesondere im Film ist der Begriff der Tragödie durch den Ausdruck Drama verdrängt worden.
Aktion:
Das Genre Action enstand in der Literatur aus dem Creative Writing und beschreibt einen Erzählstil, in dem Handlungen und Ereignisse detailiert und zeitsynchron beschrieben werden. Hierbei spielen Diskussion und Psyche eine untergeordnete Rolle. Die Story definiert sich vornehmlich über reale Ereignisse, auf die der Held reagiert und in die er eingebunden ist. Das Genre Action wird meist über ein weiteres Genre genauer spezifiziert.
Comedy:
Das Genre Comedy ist weit gefächert und arbeitet mit verschiedenen Typen des Humors. Am häufigsten trifft man in diesem Genre einen selbstironischen oder auch naiven Haupthelden an, dessen normenkonträres Verhalten zu komischen Situationen führt. Dem entgegen steht der sogenannte Slapstick. Hier wird bewußt eine komische Situation provoziert, in die der Hauptcharakter hineinschlittert. Andere Stilmittel dieses Genres sind der schwarze Humor, der eigentlich tragische Gegebenheiten ins Lächerliche zieht und so deren Wirkung verstärkt, oder der observative Humor, der den Zuschauer alltägliche Situationen aus einem übergeordneten Blickwinkel sehen lässt.
Drama:
Der Begriff Drama leitet sich aus der altgriechischen Form des Theaters her und bezeichnet eine erdachte Geschichte, die aufgeführt wird. William Shakespeare manifestierte diese Theatergattung durch sein Werk. Im modernen Gebrauch wird dieser Begriff auf das Spannungsverhältnis zweier odere mehrerer Personen innerhalb einer Handlung angewendet, das sich letztendlich in tragischer oder humoristischer Form zum Ende auflöst oder als offenes Ende weiter besteht.
Ecchi:
Ecchi (oder Etchi, vom japanischen エッチ etchi) als Adjektiv kann man als "lüstern" oder "sexy" übersetzten, hingegen als Verb ist es mit Geschlechtsverkehr zu übersetzten. "Ecchi machen" (ecchi suru) würde "Sex haben" bedeuten. Das Word sekkusu wird auch in Japan für das wort Sex benutzt, Japanische "Urwörter" (wie 性交|性交 seikō) werden oft mit neueren Wörtern wie sekkusu oder ecchi ersetzt. In der Verwendung als Bezeichnung für ein Genre werden hier Animes eingestuft, die bewußt mit der Bloßstellung des weiblichen Körpers, oft auch im Kontrast zu martialischen Waffen und Kampftaktiken.
Fantasy:
Das Genre Fantasy umfasst die Gruppe der fiktiven, meißt magischen Erzählungen, die jedoch auf den Einsatz von Technologie und makabren Mitteln weitgehend verzichten. Oft ist eine ganz andere Welt, oder eine Zeit um das Mittelater Schauplatz der Handlung. Nicht selten werden auch klassische Mythen und Heldensagen zitiert, oder es treten Charaktere aus ihnen auf.
Horror:
Horror als Genre versucht bei dem Zuschauer Furcht und Ängste zu erzeugen. In Animes kommen hier oft Brutalität oder übernatürliche Phänomene zum Einsatz. Weiter Stilmittel sind einsame Hilflosigkeit, Monster und Untote, sowie mutierende Wesen. Ein nahezu eigenständiges Untergenre stellen die Vampirthemen dar. Grundsätzlich ist von der Rezeption von Science Fiction und Fantasy zu unterscheiden, bei denen eine Zukunftsvisionen, bzw. Heldengeschichten im Vordergrund stehen.
Psycho:
Das Genre Psycho, ode Psychological grenzt sich insofern vom Genre Horror ab, als dass hier Spannung und Furcht vornehmlich durch die erzählten Gedanken der Akteure und durch suggerierte Tatsachen ezeugt wird. Auf direkte Gewalt und ausgeprägte Action wird meist verzichtet. Die Handlung gestaltet sich oft vielschichtig und ist teilweise von existentieller Philosophie geprägt.
Romance:
Die eigentliche Wortbedeutung leitet sich aus der frühmittelalterlichen Heldenprosa her. Diese Literaturgattung, die man heute eher als Fantasy bezeichnen würde, prägte einst den Roman-Begriff. In der Renaissance beinhaltete dieses Genre die großen Erzählungen der Herrscher und Könige in der realen, sowie in der Sagenwelt. Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts wandelte sich die Bedeutung zu dem, womit der Begriff Romanze und Romantik heute in Verbindung gebracht wird, nämlich dem romantischen Verhältnis zwischen zwei Menschen. In Animes kann sich das Romance-Genre mit nahezu allen anderen Genres paaren.
Setting (Subgenre)
Der Ausdruck Setting bezeichnet in der Literatur, wie im Film die äußeren Gegebenheiten, wie Zeit, Ort und Situation. Das Setting ist der Hintergrund, vor dem die Charaktäre agieren, sowie die Eigenschaften der Charaktäre selber. Es beschreibt ferner das Milieu, in dem die Akteure auftreten und die gesellschaftlichen Bedingungen. Der erzählerische Ausdruck wird stark durch das Setting bestimmt. Die Literatur unterscheidet in erster Linie zwischen fiktieven Settings und realen Gegebenheiten, wie sie in Berichten, Chroniken und Biographien wiedergegeben werden. Der Film erzeugt das Setting zusätzlich mittels optischer Komponenten der Bildgestaltung und des Charakterdesigns.
Adventure:
Das Setting Adventure weist meistens einen einzelnen Helden oder eine Gruppe auf, die durch ihre Fähigkeiten die Herausforderungen ihrer Umwelt meistert. Die Handlung ist in der Regel chronologisch aufgebaut und überspannt längere Zeiträume. Es wirkt oft so, als wäre dem Helden sein Weg von langer Hand vorgezeichnet. Das Weg- oder Reisemotiv ist im Setting Adventure oft charakteristisch und dementsprechend häufig anzutreffen.
Crime:
Das Setting Crime stammt ursprünglich aus dem Setting der Detektivstorys und beschäftigte sich mit der Aufklärung eines Verbrechens. Im moderneren Verständnis verschob sich der Begriff weiter in Richtung der Phorensik, also der genaueren Analyse eines Verbrechens oder der Person des Täters, wodurch auch die detaillierte Darstellung der Tat und des Opfers als Stilmittel in den Vordergrund tritt. Animefilme haben die Möglichkeit, besonderes körperliche Gewalt wesentlich deutlicher zu zeigen, als Filme mit realen Darstellern.
Cyberpunk:
Cyberpunk als Animesetting ist nicht mit dem japanischen Cyberpunk zu verwechseln, der den Helden durch eine monströs, überwältigende Industrie Kulisse gehen lässt (Basiswerk: Tesuo, the Iron Man). Das westliche Verständnis von Cyberpunk spiegelt die Beziehung von Mensch zu Maschine, oder zum Cyberspace, oder zu Seinesgleichen als Maschine wieder. Der Held ist meistens ein unscheinbarer Charakter, ein Repräsentant einer gesellschaftlichen Randgruppe, der einer technologischen Übermacht gegenüber gestellt wird. In der Rezeption findet sich zumeist der Ruf nach der Wiederkehr der Menschlichkeit und der Individualität.
Fighting:
Das Setting "Fighting" umfasst das weite Gebiet der Animes, in denen sich der Held, oder die Helden durch ihre speziellen Fähigkeiten im Nahkampf auszeichnen. Die Auseinandersetzungen der Protagonisten können sowohl wettkämpferisch sein (Sport und Arena), kriegerisch, oder einem höheren Ziel dienen (Rache, Befreiung). Da hier die körperlichen Fähigkeiten der Helden im Vordergrund stehen, sind in diesem Genre Schusswaffen und höhere Technolgie unüblich.
Harem:
Das Setting Harem bezeichnet Animes, in dem der männliche Protagonist von drei oder mehreren weiblichen Charakteren umgeben ist, die meistens im Ecchi-Style gezeichnet werden. Es tauchen in fast allen Harem-Animes Ecchi-Momente auf. Zumeist fokusiert sich der männliche Held in der Handlung auf eines der Mädchen, wobei die Romanze meist nicht zu einem Ende geführt wird. Die anderen weiblichen Figuren dienen in der Regel als forcierendes Moment, um durch Necken und Verführen die Spannung der eigentlichen Beziehung zu steigern.
Magical Girl:
Das Setting "Magical Girl" (Magical girls (魔法少女 mahō shōjo)) beschreibt eine Kategorie an Animes, in denen ein junges Mädchen dank übernatürlicher Fähigkeiten in der Lage ist, das Böse zu bekämpfen oder die Welt zu retten. In Japan werden diese Mädchen als majokko (魔女っ子 lit. "Hexenmädchen") bezeichnet. Grundsätzlich sind sie von einer unerklärlichen Aura umgeben. Manchmal wird ihnen ein männlicher Held zur Seite gestellt, der sich in sie verliebt, diese Romanze jedoch keine weitere Perspektive erfährt.
Mecha:
"Mecha" oder auch "Meka" zählt zu den ältesten Animesettings, ist aber bis heute aktuell und hat seine Fangemeinde. Dieses Setting bezieht seinen Namen von den oft haushohen, meist zweibeinigen Maschinen, die durch einen Piloten gelenkt werden. Diese "Menschenverstärker" sind zumeist in der Lage, sich zu verändern, zu fliegen, oder ein weites Arsenal an Feuerwaffen zu bedienen. In diesem Genre bleibt die Zerstörung, die diese Giganten allein durch ihre Fortbewegung hinterlassen, nebensächlich. Mechas haben in der Regel keine eigene Intelligenz und werden durch ihren Piloten geführt, oder, wie in NGE durch einen Dummy Plug ferngesteuert. In manchen Animes gelangen diese hochentwickelten Maschinen jedoch zu einem eigenen Bewustsein.
Musik:
Das Setting Musik umfasst Animes, deren wesentlicher Bestandteil musikalische Darbietungen sind. Hierbei wird entweder bereits mit der Handlung ein Thema rund um die Musik behandelt, oder aber das gesammte Anime ist, vergleichgbar mit einem Film- oder Bühnenmusical mit gesungenen Passagen durchzogen. Hierbei werden in japanischen Animes nicht selten Charthits und hochdotierte Stars als Stimmpaten für die Charaktäre herangezogen, da TV Animes in Japan als eine der besten Promotionquellen für die Musikszene gelten. Ein erfolgreiches Anime kann so einen Newcomer in kurzer Zeit zum nationalen Star machen.
Mystery:
Das Setting "Mystery" ist sehr weit gefächert und überschneidet sich mit anderen Setting. Zum Einen kann darin ein ganz reales Geheimnis liegen, das in der Art einer Detektivstory gelöst wird. Darüber hinaus kann es übernatürliche Phänomene umfassen oder in den Berich der Magie und Hexerei reichen. Gewalt und Waffengewalt spielen hier eine untergeordnete Rolle, da das Hauptaugenmerk auf das Phänomen gerichtet ist.
Science Fiction:
Kaum ein anderes Setting weist speziell im Bereich der Animes und Mangas eine so reiche Vielfalt auf, wie jenes des Science Fiction. Es stellt stets eine fiktieve Handlung, basierend auf zukünftige Entwicklungen in Wissenschaft, Technik und Gesellschaft dar. Diese Fiktion kann auch in anderen Zeitsträngen und bisweilen auch im Weltraum spielen. Im Gegensatz zu Fantasy zielen die fiktieven Elemente nicht auf eine gegebene Situation ab, sondern auf eine mögliche Entwicklung in naher oder entfernter Zukunft. Science Fiction ist selten ein "Stand Allone Setting", sondern paart sich zumeist mit andern Settings.
School:
Das Setting School ist in Animes und Mangas ein sehr häufig auftretendes Thema, das sich mit verschiedenen Genres in Verbindung wiederfinden lässt. School Animes wenden sich meist speziell an die Altersgruppe der Zuschauer, aus denen auch die Charaktere in der Handlung stammen. Sie werden daher häufig den Bezeichnungen Shonen und Shojo zugeordnet, die jene typische Altersgruppe von 7 - 16 Jahren bezeichnen.
Slice of Life:
Eine Slice of Life Geschichte spiegelt, wie der Name schon sagt, einen Abschnitt aus dem Leben eines Charakters wider. Hierbei ist es nicht notwendig, dass ein besonderes Ereignis behandelt wird oder eine außergewöhnliche Charakterentwicklung geschieht. Das Ende ist zumeist offen. Diese Momentaufnahmen oder Episoden aus dem Leben fokussieren die Aufmerksamkeit des Zuschauers auf das Besondere in ganz alltäglichen Situationen. Das Genre kombiniert sich oft mit Comedy, Romance, oder auch Science Fiction.
Supernatural:
Das Setting Supernatural umfasst das Gebiet der Themen, die sich jenseits der rationellen Vorstellungskraft und der üblichen Naturgesetze abspielen. Hierunter fallen Erscheinungen, Geister, Okultismus, aber auch Psi-Kräfte, Esper und durch Götter verliehene Fähigkeiten. Genauso ist auch die Welt der Mutanten hier einzuordnen. Die übernatürlichen Fähigkeiten der Protagonisten werden in der Handlung gerne gegen die konventionellen Waffen der normalen Menschen gestellt, um deren Hilflosigkeit zu zeigen. Beliebte Kombinationen mit diesem Genre sind Horror und Fantasy.
Sports:
Das Setting Sport umfasst den Bereich der Animes, in denen Wettkampf und sportliche Aktivitäten im Mittelpunkt stehen. Oft wird die Entwicklung des Aussenseiters oder des Schwachen hin zum erfolgreichen Sportler beschrieben. Das Setting Sport bietet auch gerne die Plattform für die Genres Romance und Drama, auf der sich der Held im Konflikt mit widerstreitenden Interessen befindet. Der moralische Fokus liegt bei Mannschaftssport-Themen meist auf dem Gedanken Freundschaft und Teamgeist, während bei Einzelsportarten oft geistige Stärke und Selbstvertrauen im Vordergrund stehen.
Vampire:
Ein Vampir (auch Vampyr) ist im Volksglauben und der Mythologie eine blutsaugende Nachtgestalt, und zwar meist ein wiederbelebter menschlicher Leichnam, der von menschlichem oder tierischem Blut lebt und übernatürliche Kräfte besitzt. Je nach Kultur und Mythos werden den Vampiren verschiedene Eigenschaften und magische Kräfte zugeschrieben. Manchmal handelt es sich auch um nichtmenschliche Gestalten wie Dämonen oder Tiere. Um 1912 drehte Friedrich Wilhelm Murnau den ersten Film dieses Settings mit Nosferatu, in dem ein blutsaugendes Monster in menschlicher Gestalt die Titelrolle verkörperte. Im Laufe der Zeit entstanden zahlreiche Filme mit diesem Setting als Basis, wobei sich die Gestalt des Grafen Drakula als Symbolfigur etablierte. In neuerer Zeit wandelte sich die Person des Vampirs von einem grausamen Monster mehr und mehr zu einem attraktiven Charmeur, der mittels seiner Macht und seinem Sexappeal in der Lage ist Frauen zu verführen und sogar den Symphatieträger in der Story zu verkörpern.